Bei Wahrzeichen denkt man meistens an Objekten wie den Eifelturm in Paris oder die Freiheitsstatue von New York. In Brüssel denken auch heute noch viele Menschen nicht gleich an das Atomium, sondern viel mehr an den frechen „Manneken Pis“ wie er so liebevoll im Volksmund genannt wird. Gerade die einheimischen Brüssels, sehen Manneken Pis nach wie vor als wichtigstes Wahrzeichen der Stadt an. Er soll den freien Geist der Brüsseler demonstrieren. Der Legende nach, war Manneken Pis der Sohn eines regionalen Herrschers, der von einer Hexe festgesetzt wurde. Völlig erbost darüber urinierte er vor der Tür der Hexe, die ihn wiederum aus Rache in Stein verwandelt haben soll. Es gibt jedoch noch einige andere Geschichten, die die Herkunft des Manneken beschrieben soll.
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Um 1450 herum tauchte Manneken Pis erstmals in den Stadtarchiven Brüssels auf. Als Ersatz für eine Brunnenfigur namens „Petit Julien“ wurde Anfang des 17. Jahrhunderts die Figur erstmals in Bronze gegossen. Die Entwürfe stammten damals von Jérome Duquesnoy, der den Urtyp von Manneken Pis entworfen hat. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Figur immer wieder von Kriegen und Vandalen zerstört. Die aktuelle Variante der Figur stammt aus dem 19. Jahrhundert und wird von Touristen aus aller Welt täglich tausendfach besichtigt.
Das Männchen wurde im laufe der Jahre immer beliebter und so kam es eines Tages, das ein bayrischer Kurfürst 1698 eine blau-weiße Tracht für Manneken Pis gespendet hat. Natürlich verfügte die Kleidung über einen passenden Schlitz an der richtigen Stelle. Dadurch ist Salopp ausgedrückt ein Trend entstanden welcher dafür gesorgt hat, das Manneken Pis mittlerweile eine beachtliche Garderobe hat. Das geht sogar soweit, dass die kleine Statue einen eigenen Kammerdiener hat. Dieser kleidet die Figur je nach Anlass neu ein. Dabei wird seit vielen Jahren zunächst das Wasser abgestellt um die Figur zu entkleiden. Anschließend wird Manneken neu bekleidet und das Wasser wieder angestellt.
Dabei fließt übrigens nicht nur Wasser aus Manneken Pis heraus – es gibt Gelegenheiten aus denen aus ihm Bier oder Wein fließt. Seit 1965 steht am Brunnenrand der Kreuzung der Rue du Chene jedoch eine Kopie. Das Original befindet sich nun im Grand´ Place – dem Städtischen Hotel. Übrigens hat 1987 Manneken Pis dann endlich eine Frau namens Jeanneke Pis bekommen. Somit ist er nicht mehr allein auf dieser Welt.
